Anekdote: Fragwürdige Unternehmenskultur - kein Urlaub bei Geburt eines Kindes?
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Anekdote: Fragwürdige Unternehmenskultur - kein Urlaub bei Geburt eines Kindes?

Nicht selten kommt es vor, dass mir vor oder nach Meetings, in Pausen bei Seminaren oder anderen Gelegenheiten Mitarbeiter Geschichten aus dem täglichen Vertriebsleben erzählen. Besonders nachdenklich machen solche Geschichten, wenn man bedenkt, wie diese teilweise an der Energie des Mitarbeiters (m/w) zehren. Noch dazu, da diese häufiger vorkommen, als man sich das vorstellt. Als Beispiel dazu, möchte ich Ihnen diese anonymisierte Geschichte erzählen:

Ein Mitarbeiter erwartet Nachwuchs. Natürlich freuen sich Familie, Freunde und Kollegen für ihren Partner, Freund und Kollegen. Für unsere Geschichte beschränken wir uns hauptsächlich auf den Mitarbeiter als Arbeitnehmer, und seinem Unternehmen. Für das Unternehmen war der Zeitpunkt der Geburt bekannt. Die Geburt des Nachwuchses kam also keineswegs überraschend. Alle für den Vertriebler wichtigen Prozesse, Tätigkeiten, Meetings, Veranstaltungen und was einem auch sonst noch immer einfällt, ließen sich für diesen Zeitraum entsprechend anpassen. Logischerweise beschränkte sich der Vertriebsmitarbeiter für die Zeit der Geburt auf Kundenbesuche in seinem heimatnahen Umfeld. Der guten Ordnung halber sei noch einmal erwähnt, dass nach arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten ein Mitarbeiter das Recht auf einen Tag Sonderurlaub bei Geburt eines Sohnes oder Tochter besitzt. 

Wie zu erwarten bat der Mitarbeiter bei seinen Vorgesetzten um den besagten Tag Urlaub. Das Unternehmen verweigerte jedoch diesen Tag. Gab es hierfür eine Begründung? Weder stand das Unternehmen vor dem Abschluss eines wichtigen Vertrages, noch gab es irgend eine wichtige Situation, oder einen triftigen Grund um dem Mitarbeiter diesen Tag Urlaub zu verwehen.

In meinem Gespräch mit dem Mitarbeiter konnte ich heraus hören, dass dies kein Einzelfall, sondern viel mehr als eine Art Unternehmenskultur verstanden werden kann. Für mich ist dies unvorstellbar! Ich vertrete die Meinung, dass ein Mensch sich immer nur stets selbst motivieren kann. Ich finde die Lehren, dass ein Vorgesetzter, eine Führungskraft, die Ehefrau oder Freunde einen Menschen motivieren können als fraglich. Auch die sogenannte Demotivation ist damit natürlich in Frage gestellt.

Ein Mitarbeiter muss seinen Tag voller Tatendrang beginnen und von der Herzlichkeit und Leidenschaft für seinen Beruf getragen, sein Bestes geben wollen. Wann entsteht eine solche Leidenschaft? Jeder Mensch ist individuell, daher gibt es für jeden auch individuelle Gründe. Als einen wesentlichen Grund sehe ich den eigenen Antrieb etwas zu tun, für das man sich berufen fühlt. In einem Unternehmen ist man als Angestellter Teil einer Gemeinschaft. Die persönlichen, privaten Lebensereignisse lassen sich nicht von der beruflichen Welt und dieser Gemeinschaft vollständig trennen. Gerade gravierende Ereignisse wie die Geburt, der Tod nahestehender Menschen oder auch die Eheschließung lassen sich nicht einfach aus dem Kopf aussperren.

Welchen Sinn macht es also einen Mitarbeiter von seinem Neugeborenen zu trennen? Wird er an diesem Tag unglaubliche, exorbitante Verkaufserfolge vorweisen können? Wird er so hochmotiviert sein, dass er zahlreiche Neukunden akquirieren wird?

Die klare Antwort ist doch: Nein! Im Gegenteil! Der Mitarbeiter kann sich doch selbst schwer motivieren auf die Piste zu gehen, um die besten Abschlüsse zu erzielen, wenn das Gefühl Zuhause gebraucht zu werden mit ihm mitfährt. Die Gefahr eines Unfalls, die Gefahr einen Kunden falsch zu beraten oder schlechte Abschlüsse zu erzielen ist an diesem Tag unglaublich hoch. Es gehört damit meines Erachtens zu einer ordentlichen Unternehmenskultur, dass einem Mitarbeiter bei solch einem freudigen Ereignis gratuliert und dieser freigestellt wird!

Was tun Sie als Führungskraft bei einschneidenden Erlebnissen ihrer Mitarbeiter, insb. Ihrer Verkäufer? Interessieren Sie sich für die Befindlichkeiten ihrer Mitarbeiter? Ich bin der festen Überzeugung, dass ihnen Ihre Mitarbeiter den höchsten Respekt zollen werden, wenn sie es als Führungskraft verstehen Ihren Mitarbeitern auch in schwierigen Situationen den Rücken zu stärken. Ich bin davon überzeugt, dass ihnen die Mitarbeiter dies mit höchstem Einsatz zurückvergüten werden.

René

Hej, ich bin René. Ich schreibe über die Themen Marketing und Vertrieb, und alles, was damit zu tun hat, wie z.B. Networking. Mein Ziel ist es Wissen praxisgerecht zu vermitteln. Ich halte Vorträge, gebe Seminare und stelle dir das Wissen ebenso online zur Verfügung.

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