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Welche 4 Menschentypen Sie kennen sollten und woran Sie diese erkennen

Welche 4 Menschentypen Sie kennen sollten und woran Sie diese erkennen

Sie kennen das: Mit manchen Menschen verstehen Sie sich auf anhieb. Bei manchen will partout das Eis nicht brechen. „Da stimmt die Chemie nicht!“, sagen wir. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Oft liegt es daran, dass wir uns auf unser Gegenüber nicht richtig einstellen. Daher stelle ich Ihnen ein Modell vor, dass es Ihnen erlaubt, Persönlichkeitstypen von völlig unbekannte Menschen in sekundenschnelle zu erkennen.

Sehen Sie es als einen universellen Schlüssel, mit dem Sie bisher verschlossene Türen öffnen können. Wenn die Türen offen stehen, können Sie sich daran machen, Ihre Kunden richtig kennenzulernen.

Erst wenn Sie Ihren Kunden wirklich kennen, können Sie Ihm etwas verkaufen. Alles andere ist Lotto und Glück.

Das Modell ist praxisnah. Sie können es daher sofort in Ihrem Alltag integrieren. Nach meinen Recherchen basiert dieses Modell auf den Wissenschaftler C.G.Jung und ist bekannt unter dem Namen DISQ-Modell.

Einen eindeutigen Urheber, konnte ich bis dato jedoch nicht ausmachen.

 

Das Modell im Überblick

Wir unterscheiden 2 Ausprägungen: In der ersten unterscheiden wir zwischen Introvertierten und Extrovertierten Menschen. In der zweiten Ausprägung unterscheiden wir zwischen dem rationalen und emotionalen Typus.

0002 disqmodell web

Damit ergeben sich 4 Felder oder Charaktereigenschaften:

  1. Introvertiert - Rational
  2. Introvertiert - Emotional
  3. Extrovertiert - Emotional und
  4. Extrovertiert - Rational

In der Realität können Sie die Menschen nicht zu 100% genau zu einem der 4 Felder zuordnen. Eine Charaktereigenschaft sticht jedoch bei jedem hervor. Von Situation zu Situation kann dies eine andere sein. Sie kennen das aus dem täglichen Leben:

Sie lernen jemanden kennen und stecken diesen Menschen vollautomatisch in eine „Schublade“ bzw. Kategorie. Im weiteren Gespräch müssen Sie die Kategorie wieder ändern.

Das ist okay - Sie lernen den Menschen schließlich immer besser kennen.

Wir alle sind Mischungen aus den vier Farben. Damit ich Ihnen das Modell erklären kann, nehmen wir zunächst an, dass jeder Mensch nur einer Kategorie zugeordnet werden kann.

Übertrieben, jedoch anschaulich.

Vom abstrakten Modell zum praktischen Nutzen - bringen wir Farbe ins Spiel

Das Modell ist noch sehr abstrakt, richtig? Lassen Sie uns daher mit Farben den arbeiten! Ich habe versucht, Ihnen Eselsbrücken zu bauen. So fällt Ihnen das trainieren später leichter.

Gehen wir schrittweise durch das Modell:

Stellen Sie sich einen Menschen vor, der introvertiert und sehr ruhig ist. Der kaum ein Wort verliert. Er ist rational, d.h. für Emotionen überhaupt nicht zugänglich.

Denke Sie daran, für diese Darstellung übertreibe ich. Übertreibung macht anschaulich, okay? Natürlich ist jeder Mensch emotional. Jeder eben auf seine Weise.

Wieder zurück zum Modell:

Unser Gesprächspartner zeigt keine Emotionen. Er stellt sich für uns sehr pragmatisch, nahezu gefühllos dar. Wie empfinden Sie einen solchen Menschen? Diesen Menschentypus empfinden wir als kühl. Redet wenig. Nicht emotional.

Welche Farbe geben Sie diesem Charakter?

Eselsbrücke: Kühl = Blau.

Stellen Sie sich daneben einen Menschen vor, der ebenso wenig redet, jedoch emotional ist. Dieser Mensch braucht Beziehung. Er braucht Vertrauen und ist sehr bodenständig.

Damit gleich zur Eselsbrücke: bodenständig = erdig = Natur = grün.

Nun zu den extrovertierten Typen.

Sie lernen jemanden kennen, der ununterbrochen redet. Mit einer unglaublichen Begeisterung.

Über alle möglichen Dinge.

Dieser Mensch ist total dabei! Er ist gerade zu euphorisch! Er ist immer begeistert, wenn er etwas neues kennenlernt! Diesen Menschen können Sie überhaupt nicht bremsen! Er strahlt und lächelt! :) Wie die Sonne!

Eselsbrücke: Sonne = gelb

Der letzte Typ redet auch viel. Nur wird dieser beim Reden immer lauter. Er redet energisch. Sie spühren förmlich dessen Energie! Er ist Feuer und Flamme! Er steht für seine Sache gnadenlos ein! Er redet, der Hals wird rot, die Ohren laufen rot an, das ganze Gesicht glüht!

Eselsbrücke: Feuer = rot.

So erkennen Sie den Farbtyp in der Praxis

Der blaue Menschentypus

Dazu habe ich ein schönes Beispiel aus dem täglichen Leben: Mein Vater verkauft Küchen. Er ist ein klassischer Rot-Typ, mit Tendenzen in gelb und grün (wir sind immer ein Mix, mit dominanter Farbe, nicht vergessen). Mit Vorliebe verkauft mein Vater z.B. Dampfgarer.

Folgender kleiner Dialog spielte sich an einem Sonntag zum Mittagstisch ab:

Meine Frau: „Warum soll ich mir denn einen Dampfgarer kaufen?“

Vater: „Ja, weil die Kartoffeln, wenn die normal gekocht werden, verbleiben die Nährstoffe alle im Topf. Im Kochwasser.“

Meine Frau, mit skeptischen Blick: „Wo steht denn das?“

Vater: „Dazu gibt es zahlreiche Studien, die können das belegen.“

Meine Frau: „Zeig’ mir die mal bitte.“

Vater: „Und erst beim Spargel. Der wird so richtig schön lecker. Vom Geschmack - einfach unglaublich. Fein, zart, lecker.“

Und so weiter, und so weiter.

Frage an Sie: Meinen Sie, meine Frau würde einen Dampfgarer kaufen? Nein. Sie ist ein Blau-Typ.

Einzig richtige Reaktion: „Hier ist eine Studie vom Fraunhofer Institut. Einmal wurden 100g Kartoffeln im Topf und einmal im Dampfgarer zubereitet. Wie sich gezeigt hat, verlieren die Kartoffeln im Topf ca. 80% ihrer Nährstoffe. Im Dampfgarer waren es nur 15%. Wann soll ich liefern?“

(Zahlen sind frei erfunden :) )

Zahlen, Daten, Fakten sind für den Blauen die einzig überzeugenden Argumente und Themen.

Sie erkennen den Blauen-Typus auch optisch. Was meinen Sie, wie sieht der Schreibtisch eines Blauen aus?

Klar: gnadenlos ordentlich. Dort liegt jeder Stift an seinem Platz. Es liegt nichts unnützes herum. Alles steht an seinem Platz.

An den Wänden hängen Charts. Es hängen wenig, bis gar keine Bilder von der Familie, Freunde oder anderen Personen. Vorwiegend Charts mit Zahlensalat. Im Bücherregal finden Sie jede Menge Bücher über Statistiken, Zahlen, Fakten, Almanache, Lexika, Nachschlagewerke. In Seminaren höre ich oft „Typ Buchhalter, so ist unser Controller“.

Den Blauen überzeugen Sie ausschließlich mit Zahlen, Daten, Fakten. Er ist der Z.D.F.-Typ (Zahlen, Daten, Fakten). Mit dem zweiten Auge, sieht der besser :)

Der gelbe Menschentypus

Das Büro eines Gelben: blankes Chaos. Ein Papierstapel über dem anderen. Sehen andere Menschentypen dessen Büro, fragen sie sich:

„Woran erkennt denn der noch, woran er arbeitet?“

Die typische Konter des Gelben:

„Das Genie überblickt das Chaos.“

Genau so ist der Gelbe. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie gehen zu einem Gelben, um sich Ihnen ein Dokument zeigen zu lassen. Dieser fängt an zu kramen, durchwühlt seinen Schreibtisch, begleitet von dem Satz:

„Wo habe ich es nur gleich hingelegt?“

An der Wand hängen wenig Bilder von der Familie oder von Freunden. Wenn doch, dann müssen diese eine Action-geladene Szene darstellen. Sonst hängen eher Bilder vom Gelben selbst an der Wand.

Themen der Bilder: Brenzlige Situation, Abenteuer und Spannung. Bilder mit Begeisterung. Er hat etwas geschafft, einen hohen Berg bestiegen, einen VIP getroffen etc.

Beim Gelben müssen Sie alles mit Begeisterung verkaufen. Volle Lotte. Leidenschaft! Emotionen! Euphorie! 

Nehmen wir den Verkauf von Autos als Fallbeispiel. Sie wollen einem Gelben - sagen wir mal - einen Audi A4 verkaufen. Das geht ganz einfach. Sie öffnen die Tür des Autos und sagen:

„Was soll ich lange reden? Setzen Sie sich einfach mal rein! Fühlen Sie! Riechen Sie! Genial oder?“

Kunde setzt sich ins Auto, Sie streichen über das Armaturenbrett.

„Merken Sie das? Echtes Leder. Riechen Sie mal daran. Da riechen Sie die Freiheit. Die Welt da draußen. Die riechen Sie noch im Leder.“

Sie geben dem Gelben den Zündschlüssel und lassen Ihn eine Runde mit dem Auto fahren. Freude am Fahren - ach nee, das war BMW :)

Kleine Anmerkung: Wenn es Ihnen gerade den Magen umdreht, dann sind sie scheinbar kein Gelb-Typ. :)

Noch ein Beispiel: Wie verkaufen Sie dem Gelben eine Anhängerkupplung? Frage Ihres Kunden:

„Was soll ich mit einer Anhängerkupplung? Die macht doch langsam, wo ist denn da bitte schön die Action?“ Klar - weniger Freude am Fahren :).

Ganz einfach, sie sagen:

„Die Action kommt in dem mitgeführten Anhänger, auf dem ein Kanu für das Wildwasserraftig und die gesamte Ausrüstung zum Bergsteigen verstaut ist. Einfach fantastisch oder? Freiheit mit dem Wohnwagen. Die höchsten Pässe, die weitesten Steppen. Die Erde gehört Ihnen. Machen Sie sich die Erde Untertan!…“ ;)

Einen Gelben überzeugen Sie nur mit Emotionen, Begeisterung und Action!

Sie sehen: Sie müssen Feuer und Flamme werden für das Auto und der Anhängerkupplung.

An dieser Stelle eines, meiner Lieblingszitate im Verkauf:

Nur wer selber brennt, kann andere entzünden.

Das gilt beim Gelb-Typen umso mehr!

Den roten Menschentypus

Sie haben zwei Möglichkeiten, wie das Büro eines Roten aussehen kann:

Bei Typ 1 herrscht das blanke Chaos. Bei Typ 2 herrscht Ordnung.

Wie kommt das?

Typ 1 muss alles selber machen. Die Anderen können nichts.

Er ist der Beste, die Anderen alles Idioten, er muss alles selber machen. Das ist nicht so böse gemeint, wie es klingt. Aber ohne ihn funktioniert eben nichts. Punkt.

Damit reist dieser Typ dermaßen viele Aufgaben an sich, dass er schnell dazu neigt, den Überblick zu verlieren.

Ergebnis: Es herrscht das blanke Chaos. Es sind einfach zu viele Aufgaben, die sich auf seinem Schreibtisch tummeln.

Typ 2 hat alles gnadenlos delegiert.

Der Schreibtisch ist blitze blank. Jeder Mitarbeiter hat seine Aufgaben zugeteilt bekommen. Er ist der Hahn im Korb.

Auch beim Roten hängen Bilder an der Wand. Der Selbstdarsteller pur. Fast schon ein Egotrip. Wenn andere Menschen auf den Bildern zu sehen sind, dann sind dies VIPs. Getreu dem Motto: „Schau mal, wen ich getroffen habe. Klitschko hat mir die Hand geschüttelt.“

(! Reihenfolge beachten -> Klitschko ihm, nicht umgedreht !)

Greifen wir noch einmal die Anhängerkupplung beim Autokauf auf: Der Rote fragt klassisch: „Welchen Nutzen habe ich denn von einer Anhängerkupplung?“

„Sie können damit einen Wohnwagen ziehen! Damit haben Sie Flexibilität. Sie sind nicht auf andere angewiesen…“ usw. Nutzen-Argumentation par excellence :).

Den Roten interessieren ausschließlich die Antworten auf die Frage „Was bringt mir das? Welchen Nutzen habe ich davon?“

Der grüne Menschentypus

Der Grüne ist sehr, sehr herzlich. Sein Büro ist aufgeräumt. Es ist sehr viel Kitsch vorhanden. Viele kleine Döschen, Andenken an längst vergessene Zeiten, Familienfotos, reichlich Pflanzen, Bilder von der Familie, wenn ein Foto von der Achterbahn, dann steht er mit Sicherheitsgurt vor der Achterbahn, Zertifikate für Sicherheit und Abschlüsse, die von Vertrauen zeugen.

Meine Behauptung: bei vielen Grüntypen ist die Raumtemperatur immer etwas höher, als die Raumtemperatur bei den anderen Typen. Aber das ist nur eine Empfindung von meiner Seite. Das kann ich durch keine Studie belegen (zwinkern in Richtung der Blautypen).

Um dem Grünen etwas zu verkaufen, spielen Sie zum Beispiel mit falschen Freunden, die Angst erzeugen.

Nehmen wir noch einmal das Beispiel mit dem Dampfgarer. Argumentation des Verkäufers:

„Es stimmt, ein Dampfgarer ist wesentlich teurer, als eine Mikrowelle. Der wesentliche unterschied zwischen beiden Produkten liegt darin, dass bei einer Mikrowelle Ihre Nahrungsmittel mit Mikrowellen erhitzt werden. Sie können sich das so vorstellen:

Die Strahlen durchdringen zum Beispiel den Babybrei. Sie kennen das vom Röntgen. Mit dem Unterschied, dass die Strahlen auf den Brei treffen, und den Brei so von innen heraus erwärmen.

Beim Dampfgarer umströmt heiße Luft die Nahrungsmittel. Die Wärme wird durch den Dampf sanft an die Lebensmittel abgegeben.“

Merken Sie den wesentlichen Unterschied? Was würden Sie kaufen?

Die falschen Freunde sind hier die Röntgenstrahlen.

Damit verbinden Sie durchleuchten. Röntgen. Strahlen. Krebs. Bleischürzen sind notwendig, zum Schutz der Organe. Nun treffen die Strahlen auch noch den Babybrei. Ach du meine Güte. Was geben Sie denn Ihrem Kind?

Mikrowellen sind aber gar nicht so gefährlich, wie Röntgenstrahlen. Aber das ist wurscht. Wir denken nur noch an Strahlen.

Anders beim Dampfgarer: durch die Wortwahl „heiße Luft“ wird ganz bewusst auf eine Wortverbindung hingewiesen, die Lächerlichkeit und Leichtigkeit verbindet.

Sie kennen den Satz: „Das ist nichts, als heiße Luft.“ Die Wortwahl ist wesentlich geschmeidiger und sanfter.

Oder nehmen wir den Autokauf.

Wie verkaufen wir dem Grünen einen Audi?

„Das ist ein Audi. Der hat 4 Ringe. 4 Ringe der Sicherheit. 4 Türen, 4 mal verstärkt.“

Kleine Fußnote: Wiederholungen schaffen Vertrauen.

In der Fallstudie des Audi denkt unser grüner Kunde jedesmal an Sicherheit, sobald er das Logo sieht. Das sind alles Kleinigkeiten, die aber zusammen eine große Wirkung erzielen.

Der eine hat zwar einen Stern - aber eben nur einen Ring. Der andere ist nur kreisrund. Und bei Opel … ;) Audi aber hat 4. Verstehen Sie? Es geht hier auch ein Stückweit um Identifikation.

„Stellen Sie sich vor, es passiert. Unfall. Das Auto - Totalschaden. Aber: Sie können bei Ihrem Auto immer noch aussteigen, die hintere Wagentüre öffnen und sehen Ihre Kinder: unverletzt, lebendig und können Sie in ihre Arme schließen.

Wir haben in den letzten Jahren hart für Sie gearbeitet, um Ihnen diese Sicherheit zu geben. Denn das wichtigste für uns, sind Sie und Ihr Vertrauen in unsere Marke…“

Und so weiter, und so fort. Prinzip sollte klar sein.

Beim Grünen sind die Themen Risiko, Sicherheit, Vertrauen und Beziehungen maßgebend.

Stelle Deinen Wortschatz entsprechend darauf ein.

Anhand dieser ersten Worte erkennen Sie die Menschentypen bereits beim Händeschütteln

Schauen wir uns einfach mal an, wie uns die verschiedenen Typen begrüßen.

„Guten Tag, Müller.“, wobei jedes Wort genau betont ist, und sehr, sehr deutlich gesprochen wurde. Na? Eindeutig der Blaue. Auch Äußerungen wie: „Guten Tag, Dr.Müller, kaufmännischer Leiter.“, weisen auf einen Blauen hin. Sie haben alle relevanten Informationen erhalten. Jetzt sind Sie an der Reihe. Punkt.

Der Rottyp dagegen begrüßt Sie mit einem einzigen Wort:

„Müller!“ oder eher „MÜLLER!“

Dazu ein fester Händedruck, der Ihnen beinahe alle Knochen bricht. Der Blick tief in die Augen gerichtet. Sie fühlen sich fast schon durchleuchtet.

Quizfrage: Wer könnte Sie so begrüßen?

„Haaaaalllloooo, Mensch ich freue mich Sie zu sehen. Herzlich willkommen bei uns. Ich bin Müller, Dr. Müller, aber Müller reicht vollkommen aus. Setzen Sie sich doch. Ich hoffe, Sie hatten eine super Anreise, bei dem fantastischen Wetter…“, und beim Erzählen hat er ein breites Lächeln und entblößt strahlend alle Zähne.

Eindeutig: Gelb.

Unser bodenständiger Grüner begrüßt Sie so:

Zarter Händedruck, begleitet von dem ruhigen, fast schon schüchternen Satz: „Guten Tag. Herzlich willkommen.“

Abwartender Blick. Mehr bekommen Sie erst, wenn Sie das Gespräch zart lenken und Vertrauen aufbauen. Aber mit Bedacht, Sie wollen Ihren Gesprächspartner nicht verschrecken.

Als Verkäufer müssen Sie Ihre Sprache auf Ihren Gesprächspartner ausrichten!

Fassen wir noch mal die 4 Menschentypen in Stichpunkten zusammen

Hier noch einmal eine kleine Zusammenfassung zu den unterschiedlichen Menschentypen und wie Sie Ihr Wording ausrichten sollten.

Beim Blauen:

  • introvertierter, rationaler Menschentyp
  • es zählen: Zahlen, Daten, Fakten
  • Aussagen mit Studien belegen
  • Expertentipps und Referenzen nutzen, die Ihren Aussagen zu Fakten belegen

Beim Gelben:

  • extrovertierter, emotionaler Menschentyp
  • es zählen Superlative: Fantastisch, Genial, Irre, Wahnsinn…
  • Zahlen sind langweilig und müssen in jedem Fall emotionalisiert werden
  • Ihre Begeisterung für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung muss in jedem Wort zu hören sein.

Beim Roten:

  • extrovertierter, rationaler Menschentyp
  • es zählen ausschließlich Nutzenargumente: „Sie bekommen…“, „Sie erhalten…“, „Ihr Nutzen ist…“, „…,das bedeutet für Sie…“ ist alles was zählt
  • seine Art kann einschüchternd wirken, nicht abschrecken lassen.

Beim Grünen:

  • Zurückhaltung!
  • es zählt Vertrauen, Beziehung: „Sie können uns vertrauen, dass…“ oder „Sie können sicher sein, dass…“ sind Sätze, die den grünen Typen überzeugen
  • „Wir sehen unsere Zusammenarbeit partnerschaftlich. Reklamationen sind für uns eine Herausforderung, denn das Vertrauensverhältnis zu Ihnen wurde zerrüttet. Wir sind Partner! Wir werden alles dafür tun, dass dies auch so bleibt.“

Exkurs: Auto Konfiguratoren

Sie kennen bestimmt die Konfiguratoren, mit dem Sie im Internet Ihr Auto zusammenstellen können. Wenn nicht, schaue Sie die Konfiguratoren bei Mercedes, BMW und Co einmal an.

Was Sie sofort bemerken werden:

Die Programme - ergo die Hersteller - fragen überhaupt nicht nach Ihrer Person. Keinen einzigen interessiert, was Sie mit dem Auto überhaupt machen möchten. Sie wählen ein Modell und sollen sich dieses selbst zusammenstellen.

Besser wäre folgendes Vorgehen: Ich bin ein roter Familienvater, interessiere mich nicht primär, dass das Auto wenig Sprit verbraucht. Ich will wissen, was mir einzelne Konfigurationsmöglichkeiten für einen Nutzen bieten. Die Co2 - Rechnung ist mir schnuppe.

Dennoch wird Ihnen penetrant mit Zahlen etwas vorgerechnet, was Sie überhaupt nicht interessiert.

Wenn ich ein gürner Familienvater bin, dann möchte ich ebenso nichts über Sprit-Einsparung etc. wissen. Ich möchte permanent damit belohnt werden, dass ich die richtige Entscheidung treffe, mir genau dieses eine Auto zu kaufen.

Ich brauche Vertrauen in die Marke, Sicherheit usw.

Exkurs: Blog-Marketing

Sie können mit Überschriften und Inhalten eines Artikels genau einen Farbtypus ansprechen. Vermeiden Sie den Versuch, einen Artikel für alle Farbtypen zu schreiben.

Warum?

Durch den dauernden Wechsel im Wording (Sprache) nehmen Sie Ihren Worten die Kraft und Ihre Überzeugungskraft. Diese Problematik lösen Sie mit Mulit-Layer-Webseiten. Sie schreiben den Content für alle 4 Typen. Der Besucher sieht nur den für Ihn zugeschnitten Content.

Zugegeben: Das ist schon richtig heftig zu administrieren und bedarf schon einiges an Wissen für die Programmierung einer Webseite. Daher sollten Sie prüfen, ob Sie eine automatisierte Variante nutzen können.

Ein Beispiel: Wenn Sie mitbekommen, dass ein Kunde penetrant auf Blogartikel mit Studien klickt, jedoch die emotionsgeladenen Artikel außen vor lässt, wissen Sie, dass Sie einen Blau-Typen vor sich haben. Dies können Sie im Newslettermarketing super verfolgen und plotten.

2 abschließende Regeln

Ich bin ein Gelber. Ich habe mit den Blauen meine Probleme. Ich werde mit diesen Menschen nicht so schnell warm. Den Blauen bin ich zu aufbrausend. Mir fällt es äußerst schwer, nur mit Zahlen, Daten, Fakten um mich zu hauen.

In den Blau-Typen kann ich mich schwer hineinversetzen. Das ist auch kein Wunder. Es gilt die Regel:

Persönlichkeitstypen, die Diagonal zueinander liegen, kommen am schwierigsten miteinander aus.

Quizfrage: Wer muss sich auf wen einstellen? Kunde auf Verkäufer, oder Verkäufer auf Kunde? Logisch:

Der Verkäufer hat sich auf die Farbe des Kunden einzustellen.

Bevor nun wieder das Schwein „der Authentizität“ durchs Dorf getrieben wird, sei folgendes bemerkt:

Sie sollen sich nicht verbiegen und verstellen. Sie sollen lediglich Ihr Repertoire erweitern, um mehr Menschen zu erreichen. Mit Sicherheit ist dies anstrengend. Es wird sich langfristig für Sie lohnen und es wird für Sie eine Bereicherung sein. Sie werden so mehr Input bekommen, was Ihre Kunden fordern, wünschen usw.

Fangen Sie gleich an:

  1. Was denken Sie? Welcher Farbtyp ist bei Ihnen Dominant, welche 2 weiteren Farben entdecken Sie?
  2. Lassen Sie sich anschließend von Ihren Mitmenschen einschätzen. Decken sich Ihr Selbstbild mit dem Fremdbild Ihrer Mitmenschen?
  3. Beobachten Sie Ihre Mitmenschen und versuchen Sie, diese den Farben zu zuordnen. Beginnen Sie in der Familie, das ist am einfachsten. Sie werden sehen, es ist spannend und lehrreich :)
René Wetzel

Mit über 15 Jahren Vertriebserfahrung in unterschiedlichsten Branchen im B2B und B2C - Vertrieb blickt René Wetzel auf eine langjährige Erfahrung in unterschiedlichsten Branchen und Positionen zurück. Sowohl im nationalen, wie internationalen Kontext sammelte er Vertriebserfahrung.

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Sie arbeiten daher nicht meinem langweiligen Theoretiker, sondern mit einem praxiserfahrenen Frontmann, der es versteht, komplexe Themen verständlich zu vermitteln. Getreu dem Motto: Es gibt keine trockenen Themen, sondern nur langweilige Referenten.

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