Abschied von der First-Law-Welt: Ein Hörbuch-Rückblick
Das ist nun das 14 Hörbuch von Joe Abercrombie und das 13te Buch aus der The-First-Law-Welt. Nummer 14 ist The Devils, der erste Teil, bei dem ich schon sehnsüchtig auf den zweiten warte, in der Hoffnung, dass er genauso makaber wird wie der erste. The Wisdom of Crowds ist das Ende der The-Age-of-Madness-Trilogie. Ich bin gespannt, wie es komplett ausgehen wird. Momentan dreht und wendet sich alles noch hin und her. Wahrscheinlich wird es wieder abgeschlossen sein, aber ist es das wirklich immer? Das hat man ja in der The-First-Law-Welt gelernt.
Ein Generationenwechsel in der Erzählkunst
Die ersten drei Bände waren in sich abgeschlossen. Dann wurde weitererzählt und es kam eine Zeit, die danach spielt. Dann gab es auch ein Spin-off, um die Welt einmal von außen zu betrachten. Und irgendwie waren der Blutige Neuner und die ganzen Helden immer da. Aber Abercrombie schaffte es – und das rechne ich ihm so dermaßen hoch an –, die großen Hauptfiguren sterben zu lassen und die Kinder ihre Rollen übernehmen zu lassen. Ganz zu schweigen davon, dass David Nathan natürlich wieder einen perfekten Job macht. Dieser Mann ist einfach unbezahlbar.
Kaum zu glauben, dass es in ein paar Jahren wahrscheinlich eine KI geben wird, die man ähnlich trainieren kann, so sensationell zu reden wie David Nathan. Aber da muss ich ganz ehrlich sagen: Da google ich auch danach. Ist das Buch von ihm eingesprochen, dann ist es für mich viel wert. Dann werde ich es auch kaufen. Was für ein sensationeller Sprecher. David Nathan schafft es, auch den Kindern der großen Helden, dem Blutigen Neuner, dem Hundsmann und auch Karl Glokta die entsprechenden Stimmen zu geben. Das ist so genial. Man fühlt sich förmlich in dieses Hörbuch hineingezogen.
Sprecherleistung und filmische Erzählweise
Gerade bei den monotonen Aufgaben auf der Baustelle ist das natürlich sensationell zu hören. Einfach fantastisch. Es macht Spaß, dazu zu hören. Es macht Spaß, das Buch von Joe Abercrombie zu genießen. Aus meiner Sicht muss ich den Hut ziehen, Chapeau, wie man es hinbekommt, eine dermaßen geniale Saga aufzubauen. Dieser unnachahmliche Stil von Joe Abercrombie ist ebenfalls genial. Ich selber will mal eine Schreibübung dazu machen. Abercrombie macht es in manchen Kampfsituationen so, dass Person A in den Kampf zieht, irgendwie scheitert und eine Person B sieht. Schnitt.
Dann geht es weiter mit Person B, die Person A sieht, sie kalt macht und dann im Kampf weitergeht, nur um selber zu scheitern, und wir wechseln automatisch zu Person C, die Person B fertig macht. So wechseln wir im Kampf von Gut gegen Böse, von Böse gegen Gut, hin und her, von A nach B, von B nach C, und wechseln permanent die Seite, um die Perspektive auf den Kampf zu verlagern. Man merkt eben, dass er Erfahrung als Fernsehproduzent hat, um eine Kameraführung perfekt zu begleiten. Schon ziemlich sensationell.
Ein Fazit nach 170 Stunden Hörbuch
Die Welt von The First Law geht zu Ende, und nach zehn Büchern gebe ich offen und ehrlich zu, dass es eine wirkliche Saga war. Ich gebe aber auch zu, dass ich mich gerne wieder dem einen oder anderen Buch widmen möchte. Jo Nesbø oder Martin Suter stehen ja auch mal wieder auf dem Programm. Wenn man das hochrechnet, waren das jetzt ungefähr 160 bis 170 Stunden Hörbuch, je nachdem, wie man rechnen möchte. 160 bis 170 Stunden auf der Baustelle, begleitet von der The-First-Law-Welt. Wahnsinn. Das ist wirklich Wahnsinn. Und, das ist das Wichtige dabei: Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.
Häufig gestellte Fragen
Was zeichnet Joe Abercrombies Schreibstil besonders aus?
Abercrombie nutzt seine Erfahrung als Fernsehproduzent, um Kampfszenen durch schnelle Perspektivwechsel und eine nahezu filmische Kameraführung besonders lebendig zu gestalten.
Wie wichtig ist David Nathan für das Hörerlebnis?
Für den Autor ist der Sprecher unverzichtbar, da er den verschiedenen Charakteren wie dem Blutigen Neuner oder Karl Glokta unverwechselbare und authentische Stimmen verleiht.