Haussanierung mit Leidenschaft: Der Kampf mit den Sünden der Vergangenheit
Feierabend auf der Baustelle: Was hat man eigentlich geschafft?
Feierabend – und wieder endet ein Bautag. Da fragt man sich doch dann wieder mal: Was hast du denn eigentlich geschafft? Ja, die Frage kommt des Öfteren mal. Gerade wenn es solche Fummelarbeiten sind. Arbeiten, bei denen man stundenlang am Werkeln ist, am Machen und am Tun, und am Ende guckt man drauf und denkt: Hm, dafür habe ich jetzt Stunden meines Lebens verbracht? Tja, so ist das, wenn man ein Haus saniert. Man muss das schon irgendwie mit voller Leidenschaft machen. Halbherzig kann man da nicht rangehen. Und wer denkt, man macht das eben mal für ein halbes Jahr, der... tja, der irrt sich gewaltig. Eine Haussanierung dauert. Sie kann kräftig ins Geld gehen, aber sie kann auch einfach kräftig an den Nerven zerren, weil es eben so lange dauert. Das ist das Entscheidende: Es dauert eben einfach so unglaublich lange. Gerade wenn man irgendwelche Dinge macht, bei denen man nicht sofort einen Effekt sieht, ist das schon ziemlich anstrengend. Aber ansonsten macht es eben auch Spaß, wenn man die Zeit dazu hat.
Pfusch am Bau: Wenn Laien tragende Balken anfräsen
Heute musste ich einen tragenden Balken korrigieren, der mal eben locker-flockig angefräst wurde. Für mich vollkommen unverständlich! Man muss doch mal sagen: Wenn man keine Ahnung von der Materie hat, dann muss man das auch mal sein lassen. Ich finde es wirklich spannend, wie sportlich manche da einfach rangehen und einfach irgendwelche Balken rausnehmen. An meinem Haus wurde damals ein Anbau herangebaut. Unabhängig davon, dass diese Idioten damals einfach die Balken aufgelegt haben und damit eine Drittkante eingebaut haben... Ich habe mir schon mehrere Häuser angeguckt, und damals war das scheinbar irgendwie Usus gewesen. Auch so ein Ding, was für mich nicht nachvollziehbar ist, da es schließlich genügend Möglichkeiten gab – damals auch schon –, um Balken in der richtigen Höhe aufzulegen, sodass die Fußböden nicht jedes Mal einen Sprung machen. Ich hatte mir einmal ein Haus angeguckt, da machten die Fußböden dreimal einen Sprung, weil dreimal an dem Haus angebaut wurde. Grausam! Für mich war das nicht kaufwert – jedes Mal eine Stufe von 30 Zentimetern. Nein danke.
Die Lösung: Abstützen, anheben und eine Prothese setzen
Aber wieder zurück zu meinem Haus: Da wurde einfach mal in einen tragenden Balken reingefräst, nur damit eine Treppe ins Dachgeschoss nach oben geführt werden konnte. Absoluter Wahnsinn! Während ich das hier erzähle, muss ich lauthals lachen. Ich hätte mich das niemals getraut, an so einem Balken rumzufräsen, wenn obendrüber ein Dachbalken liegt. Zumal nur 50 Zentimeter weiter der tragende Balken vom Dach liegt. Einfach Wahnsinn! Na ja, wie habe ich das Problem gelöst? Ich bin einfach hingegangen und habe beide tragenden Balken, die auf diesem Stück auflagen, abgestützt, 5 Millimeter nach oben gesetzt, habe das abgefräste Stück endgültig entfernt und eine ordentliche Holzprothese eingesetzt. Jetzt kann man ganz beruhigt die zwei tragenden Balken wieder absetzen, sodass die Kräfte ordnungsgemäß nach unten abgeleitet werden. Man muss sich schon in so ein Fachwerk reindenken – das ist ja nicht ohne Grund so gebaut worden.
Ausblick: Schrägbalken und ein Platz für den Weihnachtsmann
Beim nächsten Bautag werde ich noch einen Schrägbalken einsetzen zum Abtragen der Lasten, falls sich der Balken doch noch mal setzen sollte – einfach, damit diese Lasten dann eben auch noch mal abgefangen werden. Und der eine Standbalken, der vorher eingemauert war, ist nun optisch gut herausgehoben und besser zu sehen. Für einen Riegel fehlt mir aktuell noch das Holz. Den möchte ich aber unbedingt noch einsetzen, weil es gerade an der Stelle bestimmt sehr schön ist, zu Weihnachten zum Beispiel einfach mal einen kleinen Weihnachtsmann dorthin zu setzen und ihn die Beine baumeln zu lassen. Na ja, aber bis der Weihnachtsmann da sitzt, wird es wohl noch etwas dauern.