Der lange Weg zu Annabelle: Zwischen Schreibblockaden und kreativem Prozess
Da sitze ich in der Küche und starre auf ihr Bild. Annabelle. Ich bin mal gespannt, ob ich es irgendwann mal auf die Reihe bekomme, dieses Buch endlich fertig zu schreiben. Das beschäftigt mich jetzt mittlerweile seit guten sieben Jahren bestimmt, wenn es reicht. Angefangen habe ich damals in Jena das Buch zu schreiben. Von einem Horrorroman ist es abgedriftet in einen Thriller und von einem Thriller in tiefe erotische Abgründe. Fifty Shades of Grey lässt grüßen. Aber dann irgendwie hat sich das ganze Buch wieder angehoben auf ein anderes Level. Auf mehr Belletristik, mehr auf Romanebene. Man darf gespannt sein, wo es hingeht. Momentan lasse ich mich davon mehr oder minder dann doch überraschen. Das Spannende dabei ist, dass ich ja bei Annabelle den Plot bereits fertig geschrieben habe. Das Grundgerüst, die Grundstruktur ist in Scrivener fertig. Jetzt fehlt es ja eigentlich nur noch, das ganze Thema auszufüllen, aber die Zeit, nicht wahr? Die Schreibzeit. Aber irgendwie gibt es bei Annabelle immer wieder diese Hürde. Aber aufgeben ist nicht, irgendwie werde ich dieses Projekt schon fertig kriegen, auch wenn ich das Buch jetzt drei, vier, vielleicht sogar schon fünfmal neu angefangen habe, muss ich einfach mal schauen, dass sie endlich mal das Licht der Welt erblickt.
Vom Entstehungsprozess und der Freiheit der Charaktere
Ich habe damals ein Bild machen lassen von der KI zum Thema Annabelle. Das sah spannend aus. Annabelle. Manche Szenen waren sehr eindeutig, sehr intim. Diese Szenen habe ich dann doch entschärft. Schließlich möchte ich keinen Erotik-Roman schreiben, sondern es soll ja ein Roman mit einer gewissen Prämisse werden. Zugegeben, daran hatte ich am Anfang überhaupt nicht gedacht. Aber Frey hatte mich mit seinem Buch, wie man schreibt, dann doch noch darauf gebracht, dass es wahrscheinlich doch sinnvoll wäre, dem Buch eine gewisse Grundstruktur zu geben. Ich weiß, Stephen King würde sagen: Ach du meine Güte. Man stellt die Protagonisten dann einfach auf die Bühne und lässt sie einfach mal machen. Ich schreibe doch keine Geschichte zu Ende, deren Ende ich bereits kenne. Wie langweilig ist das denn? Da bin ich aber anderer Meinung. Auch der Entstehungsprozess ist durchaus interessant. Wie bei mir zum Beispiel: Ich weiß zwar, wo die Reise hingeht und was die jeweiligen Protagonisten machen sollen, was deren Ziel ist. Aber wie sie dahin kommen und was da passiert und wie die Charaktere wirklich sind, das weiß ich nicht. Und das erfahre ich ja auch erst durch das Schreiben selber und sie entwickeln sich. Wie zum Beispiel die Ehefrau des Mark Hollister, die ist eine scharfe, strenge Management-Person. Aber wie ist die wirklich? Wie ist ihr Zwiespalt und ihr innerer Konflikt? Das ist das, was so unglaublich interessant ist momentan. Was es aber zuweilen auch hier und da etwas schwierig macht, Annabelle zu schreiben. Denn Annabelle, das darf ich bei aller Güte ja nicht vergessen, war ja der erste wirkliche Roman, der einen gewissen Umfang erreicht hat. Mittlerweile bin ich bei 80.000 Wörtern, was ja schon mal eine ziemliche Hausnummer ist. Den Anfang habe ich komplett umgeschrieben. Da gab es diese tolle Regel: Show, don't tell. Das Problem war, dass ich in der ersten Fassung von Annabelle richtig reingegangen bin und viel Tell drin hatte, viel erzählen, aber kein Show, nichts gezeigt habe, was aber für den Leser am Ende des Tages richtig langweilig ist. Da war meine Annahme, dass das John Grisham oder Stephen King doch genauso machen, aber das stimmt nicht. Wenn man ganz genau hinschaut, kriegt man eben diese Bilder einfach mal so untergejubelt. Die bilden sich selber im Kopf. Die Bilder hat er gar nicht selber gemalt. Und das ist das Spannende dabei. Nun ja, also auf geht's, weiter geht es mit Annabelle. Will ich mal den Hintern zusammenkneifen und mich da durchwühlen.
Häufig gestellte Fragen
Wie wichtig ist eine feste Plot-Struktur beim Schreiben?Eine Grundstruktur hilft, den Überblick bei umfangreichen Projekten zu behalten, lässt aber dennoch genügend Freiraum für die organische Charakterentwicklung.
Was ist die wichtigste Regel beim Überarbeiten eines Manuskripts?Die Umsetzung von 'Show, don't tell' ist entscheidend, um den Leser aktiv in die Geschichte einzubinden, anstatt ihm die Handlung nur passiv zu erzählen.