Warum echtes Schreiben trotz KI unverzichtbar bleibt
Ich habe ja schon mal in einem anderen Artikel darüber philosophiert, ob das Bloggen in der heutigen Zeit überhaupt noch Sinn macht. Aber ich finde schon. Wir brauchen heute weiterhin Gedanken und Texte von echten Menschen, keinen „KI-Slop“, wie er neuerdings genannt wird. Wir brauchen wirklich solche Gedanken, an denen wir uns reiben können. Denn das ist ja ein demokratisches Gut, nicht wahr? Wenn wir nur das nachplappern, was uns andere jedes Mal in die Ohren legen, dann kann auch nichts wachsen. Ich schreibe, weil die Gedanken einfach raus müssen, weil Ideen raus müssen. In Form von Geschichten und in der Hoffnung natürlich, dass die Sachbücher weiter nach vorne kommen, aber da arbeite ich ja auch dran.
Gut Ding will Weile haben und da ich meine Energie momentan auf verschiedenste Projekte aufteilen muss und auch möchte, ist es eben so, dass man nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen kann. Mit Sicherheit hat die Entwicklung der PWA, die ich im Joomla-Kapitel behandelt habe, maßgeblich dazu beigetragen, dass ich im Schreibprozess wesentlich schneller nach vorne komme. Nach wie vor finde ich, es ist kein Thema, einfach mal eine Assistenz mitzunutzen – ob nun persönlich oder über die Maschine –, die administrative, standardisierte Tätigkeiten übernimmt. Das ist unser großes Los der Produktivität: Wiederkehrende Prozesse lassen wir durch Maschinen abwickeln. Man denke an die Roboter, die bei VW stehen und Namen wie Helga oder Achim tragen, wo früher mal Menschen gearbeitet haben und heute Roboter die gleiche stumpfe Tätigkeit machen. Dass dafür überhaupt Menschen eingesetzt wurden, klingt rückblickend ja fast makaber. Immer mehr Aufgabenteilung. Vielleicht hat der Achim nur die Schrauben eingesetzt und die Helga sie festgedreht. Beides machen jetzt Roboter – und die Menschen können dann acht Stunden am Tag mal wieder das sein, was sie eigentlich sind: Homo Sapiens.
Schreiben als Ausdruck menschlicher Verbundenheit
Bei dem Artikel hier sollte es eigentlich ums Schreiben gehen, aber ich schweife gerade ab in diese Philosophie. Eigentlich müsste dieser Beitrag wieder als „Gedankensplitter“ deklariert werden. Tja, aber das löst sich ja logischerweise über die Tags auf. Mein Ziel ist es, dass ich auf diesem Kanal möglichst bis zu 1.000 Artikel versammelt habe. Meine Theorie dahinter ist, dass auch in der heutigen Zeit weder KI noch Google echte Menschen „herbeizaubern“ können. Ich bin aber überzeugt, dass die Menschen sehen wollen, ob es Autoren gibt – echte Autoren –, die eben auch was anderes schreiben als nur Geschichten, Romane oder Sachbücher. Sie wollen den Beweis, dass da jemand ist, der eigene Texte verfasst. Keine von der KI generierten Worthülsen. Für den allgemeinen Lernprozess zur Standardisierung mag das alles nützlich sein, aber wir wollen hier eine menschliche Beziehungsebene pflegen.
Und dieses spezielle Verhältnis, was Autor und Leser irgendwo ja haben, wollen wir explizit leben. Denn wie Stephen King in „Das Leben und das Schreiben“ ja mal so schön formuliert hat, möchte man als Leser die Stimme des Autors hören. Wenn man sein Buch liest, bekommt man direkt den Eindruck, er sitzt da drüben auf der anderen Seite vom Tisch und referiert darüber, wie man einen Roman schreibt. Ich selbst muss mich dazu eben auch mal durchringen und weitermachen. Und das ist der Kernpunkt, der mich antreibt: Schreiben und veröffentlichen. Endlich die ganzen Geschichten, die da in meinem Kopf umhergeistern, diese Romanideen, auch mal zu Papier zu bringen – auf das virtuelle Papier.
Die Diskussion darüber, ob man das jetzt diktieren darf oder ob man das wirklich mit der Hand schreiben muss, sei jetzt mal dahingestellt. Wichtig ist zum Schluss das Ergebnis, das Produkt: Dass wir die Idee, die in meinem Kopf ist, vorliegen haben und lesen können. Das ist das Wichtige. Und deswegen werde ich weiter solche Gedankenartikel, Gedankensplitter und ähnliches veröffentlichen. Auch wenn dieser Artikel aus Google-Sicht wahrscheinlich nicht den ultimativen Nutzen bietet, trägt er doch zum Gesamtkorsett bei. Und Sie, lieber Leser beziehungsweise liebe Leserin, brauchen ja doch irgendwo Futter zum Lesen, nicht wahr? Schreiben ist etwas Schönes. Die Worte, die wir geschrieben haben, bleiben irgendwo nahezu für die Unendlichkeit bestehen. Das ist natürlich etwas romantisiert, da bin ich mir auch klar darüber. Wenn, dann müsste ich meine Texte nehmen und auf Papier drucken, denn das Papier ist über die Jahrhunderte geduldig, wenn es richtig gelagert wird. Aber mir geht es ja nicht um die Jahrhunderte später. Mir geht es darum, dass Sie was lesen können, dass meine Kinder etwas in der Hand haben. Etwas Kreatives schaffen, das uns unterhält und das uns ein Stück weit Mensch sein lässt.