Ich hatte ja bereits in einem früheren Artikel erwähnt, dass ich meine Webseite komplett neu aufbauen und vor allem skalierbar machen möchte. Doch was heißt das eigentlich genau? Der Aufbau unter der Haube ist im Wesentlichen gleich geblieben – es geht einzig und allein um die Darstellung im Frontend, also das, was du als Besucher siehst.
Fangen wir am besten von vorne an: bei der Startseite.
Schritt 1: Das lokale Testlabor (oder: Warum man nicht am offenen Herzen operiert)
Um mit der neuen Version loszulegen, habe ich mir als Erstes XAMPP installiert. Das ist ein kostenloses Softwarepaket, mit dem ich das Content-Management-System Joomla direkt auf meinem eigenen Rechner laufen lassen kann.
Es ist schließlich extrem umständlich, wenn man bei jeder kleinsten Änderung erst sämtliche Dateien auf den Server hochladen muss, nur um zu prüfen, ob sie überhaupt funktionieren. Außerdem ist eine Live-Operation am offenen Herzen – ganz ohne Narkose – dann doch irgendwie unpraktisch.
Im Grunde ist es ein Leichtes, XAMPP lokal auf dem PC zu installieren und in dieser geschützten Umgebung zu arbeiten. So kann man völlig gefahrlos mit Joomla, PHP-Programmierungen, Erweiterungen und Plugins herumexperimentieren.
Was in der Theorie jedoch immer so leicht klingt, hat es in der Praxis meist in sich: Der Teufel steckt wie immer im Detail.
Tücke Tücke: Wenn der lokale Server streikt
Nach der Installation, die eigentlich noch relativ reibungslos verlief, wollte ich den Apache-Webserver lokal starten. Das Ergebnis? Nichts. Es hat überhaupt nicht funktioniert. Auch MySQL ließ sich nicht starten – es passierte schlichtweg gar nichts.
Selbst der Rat der künstlichen Intelligenz war an dieser Stelle zunächst nicht wirklich gewinnbringend. Was hatte ich falsch gemacht?
Des Rätsels Lösung: Ich hatte das Kontrollzentrum nicht als Administrator ausgeführt. Der lokale Webserver benötigt unter Windows schlichtweg Administratorrechte, um die Ports und Dienste richtig anzusprechen. Eine kurze Anpassung in den Windows-Einstellungen, dass das Programm standardmäßig immer als Administrator gestartet werden muss, schaffte Abhilfe. Und siehe da: Der Server ließ sich problemlos starten.
PHP-Chaos und verschwundene Datenbanken
Der nächste logische Schritt war das Herunterladen der aktuellen Version von Joomla. Auch das Übertragen in den htdocs-Ordner des Apache-Servers war überhaupt kein Problem. Einfach dort entpackt, den Browser aufgerufen – und nun sollte die Installationsroutine eigentlich von selbst starten.
Denkste!
Die erste Fehlermeldung von Joomla ließ nicht lange auf sich warten: Für diese Version wird mindestens PHP 8.3 benötigt. Aber Moment mal... ich hatte doch gerade erst die neueste Version des Apache-Servers heruntergeladen! Wie konnte das sein?
Ein kurzer Blick in die Systeminformationen verriet: Im frisch installierten Apache-Paket war werkseitig noch PHP 8.2.5 am Werk. Tja, und was nun?
Kurz nachgeschlagen, die KI erneut um Rat gefragt – und wie sich herausstellte, ließ sich das Problem doch recht schnell bewerkstelligen. Was musste getan werden?
- Ich bin ins Internet gegangen und habe mir die aktuelle PHP-Version manuell heruntergeladen.
- Die Dateien mussten einfach in den entsprechenden PHP-Ordner des Apache-Servers entpackt werden.
- Die alte PHP-Version habe ich logischerweise vorher gesichert und ersetzt.
Wenn der geneigte Leser nun denkt, dass danach alles auf Anhieb funktionierte, hat er sich leider geschnitten!
Wo ist die Datenbank hin?
Es funktionierte immer noch nicht. Zwar erkannten der Apache-Server und Joomla jetzt brav, dass das PHP-System aufgerüstet wurde, aber in der Installationsroutine von Joomla wurde mir keine einzige Datenbank angezeigt.
Normally wählt man an dieser Stelle bei der Installation aus, welche Datenbank genutzt werden soll – sei es mysqli, pdo oder Ähnliches. Bei mir war das Auswahlfeld schlichtweg leer. Dementsprechend ließ sich Joomla logischerweise nicht installieren, denn ohne Datenbank läuft ein modernes CMS nun mal nicht. Und nun?
Wieder habe ich mich gemeinsam mit der KI an die Fehlersuche gemacht und Schritt für Schritt das Problem eingekreist. Die Ursache: Durch den manuellen Tausch des PHP-Ordners fehlte eine korrekt konfigurierte php.ini-Datei, die dem Apache-Server mitteilte, welche Erweiterungen geladen werden sollen.
Nach ein paar Klicks und dem gezielten Entfernen von Semikolons vor gewissen Extension-Einträgen innerhalb der php.ini hatte ich es schließlich geschafft. (An dieser Stelle ein kleiner Tipp am Rande: Lass dir von der KI genau erklären, welche Zeilen du da entkommentierst, damit du keine Sicherheitslücken aufreißt!)
Ich bekam MySQL zum Laufen. Tatsächlich hat die gesamte Fehlersuche und Bastelei, um Joomla lokal einsatzbereit zu bekommen, fast zwei bis drei Stunden gedauert. Ja, ja – die Zeit rinnt einem bei solchen Projekten ganz langsam durch die Finger. Das ist zwar manchmal nervenaufreibend, aber auch ziemlich spannend.
Das Tolle an der lokalen Umgebung war jedoch: Ich konnte ab sofort direkt auf dem Rechner Dinge ausprobieren und die Änderungen ohne Zeitverzögerung sofort im Browser sehen. Das ist um Welten komfortabler, als jedes Mal per FTP-Client die Dateien auf den Webserver hochzuladen, den Browser zu aktualisieren, den Server-Cache zu leeren, den Browser-Cache zu löschen und so weiter, nur um zu sehen, ob sich eine Kleinigkeit verändert hat.
Das Konzept für die neue Startseite
Damit kommen wir nun endlich zum eigentlichen Kernstück: der Startseite.
Im Vorfeld stellte sich mir die grundsätzliche Frage: Wie soll eine moderne Startseite heute überhaupt aufgebaut sein?
Die vorinstallierten Beispieldateien von Joomla zeigten wieder einmal diesen ganz normalen Standard-Aufbau, wie er schon seit Jahrzehnten im Netz üblich ist:
- Ganz oben ein riesiges Banner mit einem freundlichen „Herzlich willkommen“.
- Darunter eine Auflistung der neuesten Blog-Artikel.
- Auf der rechten Seite eine Sidebar mit Login-Formular oder einer zusätzlichen Menüführung.
Das ist der klassische Einheitsbrei. Gefühlt sieht heutzutage jede zweite Webseite exakt so aus, weil die gängigen CMS-Systeme und Kauf-Templates diesen Aufbau standardmäßig erzwingen. Natürlich gibt es unzählige Design-Vorlagen, die mal ein etwas anderes Layout bieten, aber generell bleibt immer die Kernfrage: Was gehört dort eigentlich wirklich drauf?
Diese Frage – „Was soll da drauf?“ – habe ich kurzerhand an meine Leser übergeben. Das heißt: Du als Besucher entscheidest auf der Startseite selbst, was du überhaupt sehen willst!
Die Radikal-Idee: Eine Startseite wie Google
Ich habe mir folgende Überlegungen für das neue Layout gemacht: Auf meiner Startseite soll sich ausschließlich ein zentrales Suchfeld befinden – ganz ähnlich wie bei der Startseite von Google.
Der Hintergrundgedanke dabei ist folgender:
- Niemand tippt zufällig Adressen ein: Es wird heutzutage nur sehr wenige Menschen geben, die direkt
rene-wetzel.deim Browser eingeben. Warum sollten sie auch? Über die sozialen Medien sehen sie vielleicht mal einen Direktlink. Wenn sie jedoch über Suchmaschinen kommen, landen sie ohnehin direkt auf einer ganz spezifischen Unterseite oder einem Fachartikel, der ihnen genau das zeigt, wonach sie gesucht haben. - Kein Keyword-Spamming mehr: Organische Suchvorschläge und Keywords, die für eine reine Autorenwebseite eigentlich vollkommen irrelevant sind, werden in den Hintergrund gedrängt. Wenn jemand über Google zu mir findet, landet er auf dem entsprechenden Text – und auf keinen Fall auf einer überladenen Startseite.
- Der Überraschungseffekt: Es hat irgendwie etwas Witziges an sich, wenn jemand dann doch einmal gezielt nach meiner Autorenseite sucht und auf einer Startseite landet, die absolut minimalistisch und auf das Wesentliche reduziert ist. Betrachte es einfach als ein kleines Augenzwinkern von meiner Seite.
Die Erkenntnis: Schluss mit dem KI-Content-Wahn
Um noch einmal genauer auf den zweiten Punkt einzugehen: Früher war es in der Webwelt gang und gäbe, unzählige Unterseiten zu schreiben und massenhaft Content zu produzieren, nur um möglichst viele Keywords auf die Seite zu klatschen. Man wollte den Algorithmen von Google mitteilen: „Hallo, hier bin ich! Ich bin die absolute Spezialseite für dieses Thema!“
Von diesem Wunschgedanken habe ich mich schon lange verabschiedet.
Da draußen gibt es Hunderte Millionen von Webseiten. Seien wir doch mal ehrlich: Man muss heutzutage schon ein wenig größenwahnsinnig oder extrem ambitioniert sein, um in Zeiten von generativem KI-Massencontent („KI-Slop“) noch zu versuchen, bei Google für hart umkämpfte Begriffe ein Top-Ranking zu erzielen.
Mein Ansatz ist daher ein völlig anderer:
Ich möchte im echten Leben Menschen kennenlernen. Ich werde im echten Leben mit Leuten in Kontakt treten. Und diese Menschen werden dann vielleicht im Gespräch mitbekommen: „Mensch, der schreibt ja Bücher! Der schreibt gerne – schauen wir doch mal, was der so macht.“
Dann gehen diese Leute gezielt auf meine Webseite und lesen dort. Es kann natürlich auch genauso gut sein, dass nie ein Mensch diese digitale Landschaft betreten wird – auch das ist vollkommen möglich. Na ja, immerhin haben dann meine Kinder in ein paar Jahren noch etwas Schönes zu lesen!
Macht das alles überhaupt noch Sinn?
Damit beantworte ich auch eine Frage, die ich mir vor einiger Zeit selbst gestellt habe: Ist das Entwerfen und Betreiben einer solchen eigenen Webseite überhaupt noch zielführend? Macht das überhaupt Sinn, wenn es im Großen und Ganzen vielleicht nur ein kleiner Kreis von Menschen lesen wird?
Nach meinen aktuellen Erfahrungen und dem riesigen Spaß, den ich derzeit wieder bei der Programmierung und beim Schreiben habe, lautet meine Antwort ganz klar: Ja!
Auch wenn es vielleicht nie die Massen lesen werden, macht das Projekt unglaublich viel Freude. Und genau deswegen werde ich auch mit voller Begeisterung weitermachen.
Die technische Umsetzung mit Joomla & KI
Wie ging es also nun konkret weiter, um diese googleähnliche Startseite für mein Joomla-System umzusetzen?
Bei der technischen Umsetzung muss ich rückblickend sagen, dass die KI im ersten Schritt nicht wirklich hilfreich war. Sie kam mir streckenweise vor wie ein hyperaktiver Assistent, der pausenlos komplexe Vorschläge raushaut – von einer komplett selbst programmierten Startseite in PHP war da plötzlich die Rede.
Irgendwann stellte ich der KI die einfache Frage: „Warum nutzen wir denn nicht einfach die Standardmodule von Joomla? Die Suche ist fertig programmiert, das Logo-Modul ist da, die Menüzeilen sind vorhanden – alles ist doch im Core schon fertig! Wir brauchen doch eigentlich nur eine spezialisierte CSS-Ansicht des Standard-Templates Cassiopeia.“
Das brachte die KI endlich zum Umdenken. Nach vielen abwegigen Code-Vorschlägen, die ich allesamt verworfen habe, einigten wir uns auf meinen pragmatischen Ansatz: Wir mussten der Startseite lediglich eine eigene CSS-Klasse zuweisen und über diese Klasse die jeweiligen Elemente im Layout völlig neu anordnen. Ganz einfach.
„Ja“, meinte die KI dann einsichtig, „das macht durchaus Sinn.“
Die eigentliche CSS-Formatierung habe ich dann allerdings tatsächlich komplett von der KI schreiben lassen. Ich gebe offen zu: Ich kann CSS zwar lesen und verstehen, aber um auf die ganz speziellen Fachbegriffe, Flexbox-Eigenschaften und Befehle zu kommen, reicht mein tiefes Fachwissen dann doch nicht aus.
Ich sehe die künstliche Intelligenz an dieser Stelle genau als das, was sie sein sollte: mein digitaler Sparringspartner und Gehilfe. Und das hat wunderbar funktioniert!
Schritt für Schritt im Template
So sah der praktische Arbeitsablauf aus:
- Ich habe mir für die aktuelle Version das Cassiopeia Extended-Template ausgesucht und im Backend dupliziert.
- Direkt in Joomla habe ich eine eigene
user.cssim CSS-Ordner anlegen lassen. Das ging mit wenigen Klicks völlig reibungslos. - Den von der KI generierten CSS-Code habe ich einfach dort hineinkopiert.
- Ein Klick auf Speichern und Aktualisieren – und ich hatte in meiner lokalen Testumgebung sofort die gewünschte neue Startseite vor mir!
Fantastisch. Ich war begeistert! Genau so sollte ein moderner Workflow aussehen.
Braucht man heute überhaupt noch ein Logo?
Im Zuge dieses Redesigns habe ich mir noch eine weitere spannende Frage gestellt: Braucht eine persönliche Webseite heutzutage überhaupt noch ein klassisches Logo?
Ich meine: Wenn jemand auf rene-wetzel.de surft, weiß er doch, wo er ist. Braucht man da wirklich noch ein künstliches Logo mit irgendwelchen gewollten Werbesprüchen darunter?
In den letzten paar Jahren habe ich mir immer wieder neue Untertitel und Slogans überlegt – alles Schnickschnack! Am Ende habe ich mich dazu entschieden, dass ich im Kopfbereich eigentlich nur ein aktuelles, sympathisches Porträtbild von mir haben möchte. Fertig.
Wenn man die Seite nun auf dem Smartphone aufruft – wo heutzutage bekanntlich der Großteil aller Zugriffe stattfindet – sieht das Ergebnis herrlich aufgeräumt aus:
- In der Mitte ein kleines, rundes Bild von mir.
- Rechts daneben der gewohnte Menü-Button (das sogenannte Burger-Menü), mit dem man die Themenwelten und Unterseiten aufrufen kann.
- Darunter das übersichtliche Suchfeld.
Das Fazit und wie es jetzt weitergeht
Das Hauptmenü meiner neuen Seite besteht damit nur noch aus wenigen, ganz gezielten Punkten:
- Dem Suchfeld: Für die direkte Suche nach Begriffen oder Themen.
- Den Themenwelten: Um eine strukturierte Gesamtübersicht über alle Inhalte der Webseite zu bekommen.
- Der Über-mich-Seite: Weil ein bisschen persönlicher Hintergrund dann doch auf jede Autorenseite gehört.
- Der Shop- bzw. Bücherseite: Eine Übersichtsseite zu meinen Büchern und digitalen Werken, die ich auf verschiedenen Plattformen verkaufe.
- Einem Kontaktformular: Falls doch irgendwann mal ein Literaturagent, ein großer Verlag oder Hollywood-Regisseure auf mich aufmerksam werden – man darf ja schließlich noch träumen! –, die dann auf der Suche nach meiner Telefonnummer sind.
Das ist im Prinzip alles. Die Startseite ist damit erfolgreich umgestellt.
Als Nächstes gilt es, die mobile Ansicht im Detail noch etwas feinzutunen. An sich ist die Zusammenarbeit mit der KI bei solchen Projekten extrem gewinnbringend und effizient. Aber wie so oft im Leben gilt auch hier die alte Weisheit: Wenn man selbst gar keine Ahnung von der Materie hat, hilft einem auch die beste KI nicht wirklich weiter. Man muss schon wissen, wo man hinwill!