Structure follows Content: Warum meine Webseite mit ihren Inhalten wachsen soll

Ich habe inzwischen unzählige Layouts für meine Webseite entworfen. Na ja, was heißt entworfen? Mehr oder weniger zusammengebaut. Da gab es damals die Idee vom Vertriebskloster beziehungsweise vom Vertriebsmönch. Das war noch zu den Zeiten, als ich selbstständig war und der Meinung, ich müsste jedem aktuellen Trend hinterherlaufen und dementsprechend auch noch eine passende Webseite dazu ins Netz werfen. Vollkommener Blödsinn.

Ich suche etwas Zeitloses. Und bei dem Gedanken, wie man eine solche Webseite gestaltet, geht es schon mit der Startseite los. Welches Gewicht hat eine Startseite heute überhaupt noch? Welche Seiten braucht eine Webseite? Neben den üblichen Datenschutzgeschichten und einer Kontaktseite, die durchaus wichtig ist, gibt es vielleicht noch verschiedene andere Dinge, die eine Webseite benötigt. Wobei die Meinungen darüber weit auseinandergehen. Aber das interessiert mich an dieser Stelle nicht. Ich gestalte schließlich meine eigene Webseite.

Die entscheidende Frage war für mich vielmehr: Wie schaffe ich etwas, das dynamisch wachsen kann? Um diesen tollen Ausdruck gleich mitzuverwenden: Wie erschaffe ich eine skalierbare Webseite, ohne einen immensen Pflegeaufwand betreiben zu müssen?

Tja, wie macht man das nun?

Fangen wir ganz vorne an. Da gibt es zunächst die Startseite. Aber wie soll sie gestaltet sein? Die klassischen Startseiten von früher beinhalteten Slider, lustige Icons und allerlei Dinge, die man dort unbedingt zeigen wollte. „Herzlich willkommen auf unserer Webseite.“ Ach du meine Güte. Dann noch ein Abschnitt über mich, irgendeine Erklärung, was die Webseite darstellen soll, und jede Menge weiterer Überlegungen.

Doch genau das widerspricht meinem Ansatz: Structure follows Content. Die Struktur soll dem Inhalt folgen.

Ich möchte meine Webseite schrittweise aufbauen. Wohin die Reise geht, weiß ich selbst noch gar nicht. Wird das Ding irgendwann eine reine Technikwebseite? Wird es vor allem eine Sammlung meiner Gedanken? Gibt es jetzt eine Zeit lang viel zum Thema Joomla und später vielleicht gar nichts mehr dazu?

Das sind alles Fragen, die im Raum stehen. Eine klassische Startseite ist statisch und damit irgendwie auch langweilig. Die Frage lautet also: Wie gestaltet man dieses Ding?

Ja, ja, lange Rede, gar kein Sinn. Ich habe mich schlussendlich dazu entschieden, die Startseite so schlank wie möglich zu gestalten. Der Nutzer entscheidet selbst, was er sehen möchte. Und wie soll das funktionieren? Ganz einfach über ein Suchfeld.

Der große Tech-Gigant Google macht es vor: einfach nur ein Suchfeld. Das war eine der genialsten Ideen, die Anfang der Zweitausender mit Google ihren Durchbruch hatte. Kein riesiges Brimborium, kein Schnullifax drumherum, sondern einfach ein Suchfeld.

„Wer suchet, der findet“ war der erste Satz, der mir dazu durch den Kopf ging. Genau das soll die Startseite werden. Die gesamte Webseite wird zusätzlich über das Hauptmenü erschlossen, aber auch dieses soll nur wenige Punkte enthalten: Suche, Themenwelten, Kontakt und Bücher. Mehr wird dort gar nicht auftauchen. Beschränkung auf das Wesentliche.

Es gibt irgendwo diese Theorie, dass sich ein Ameisenhaufen beziehungsweise eine Ameisenstraße mit nur drei einfachen Regeln simulieren lässt. Das soll wohl irgendwann einmal programmiert worden sein. Ob das so stimmt, weiß ich nicht. Gerade habe ich auch keine Lust, darüber nachzudenken oder es zu recherchieren. Interessant ist der Gedanke trotzdem.

In der Natur sehen wir schließlich immer wieder, dass aus wenigen Regeln ultrakomplexe Strukturen entstehen. Das finde ich richtig klasse, spannend und genial.

Wie soll es nun weitergehen, wenn ich die Struktur meiner Webseite verändere und dieses dicke Buch, das dort nach und nach entsteht, immer weiter wachsen lasse? Wie schaffe ich es, dass sich die Startseite, die Navigation und der gesamte Aufbau automatisch an diese Entwicklung anpassen?

Was soll ich sagen? Am Ende ist die Lösung ebenso einfach wie billig.

Ich werde gemeinsam mit der KI eine Ansicht entwickeln, in der zunächst nur die Kategorien angezeigt werden. Im Grunde wird einfach der Kategorienbaum dargestellt. Sollten bereits Artikel direkt in der ersten Ebene liegen, werden auch diese angezeigt.

Wenn die Webseite wächst, kann ich meine Themen innerhalb dieses Kategorienbaums verschieben. Das Ziel sind schließlich mehrere Zehntausend Seiten. Trotzdem baut sich die Struktur weitgehend selbstständig und geordnet auf.

Gerade geht mir durch den Kopf, dass Wikipedia im Grunde auch nicht völlig anders funktioniert. Die einzelnen Seiten sollen untereinander sinnvoll verlinkt werden. Ob das irgendwann irgendjemand liest, weiß ich natürlich nicht.

Aber noch einmal: Ich glaube, dass eine Webseite, die wirklich für Menschen geschrieben wurde, wesentlich interessanter ist als der ganze Slop, der sich mittlerweile im Internet breitmacht.

Ich brauche also nur eine einfache Startseite, eine eigene Kategorienansicht, die es in dieser Form standardmäßig in Joomla noch nicht gibt, und eine überarbeitete Artikelansicht. Fertig. Drei einfache Ansichten.

Na gut, vielleicht brauche ich noch eine vierte Ansicht für die Suchergebnisse, wenn jemand tatsächlich etwas in das Suchfeld eingibt. Aber wie oft werden Menschen ohnehin direkt über eine Suchmaschine auf einen einzelnen Artikel gelangen?

Tja, coole Sache. Das Ganze baut sich dynamisch auf. Wenn diese Grundstruktur steht, brauche ich nur noch Inhalte zu liefern. Ich kann mich ganz gemütlich um die Gliederung kümmern, ohne ständig die gesamte Webseite neu planen zu müssen.

Ähnlich ist es mit einem Buch. Wenn ich mich momentan intensiv mit Joomla beschäftige, liegt der Schwerpunkt eben auf Joomla. Wenn ich später über Werkzeuge, Hausbau oder andere Themen schreibe, verschiebt sich der Schwerpunkt dorthin. Dementsprechend entwickelt sich die Webseite mit.

Ich finde das ziemlich spannend. Genauso werde ich es umsetzen und zunächst einmal leben.

Auch das ist ein Learning aus der Vergangenheit. Ich habe damals das Vertriebskloster aufgesetzt. Gott, war das viel Arbeit. Habe ich es anschließend gelebt? Nein. Habe ich einen riesigen Blog dahinter aufgebaut? Ebenfalls nein.

Das lag auch daran, dass ich in meiner selbst geschaffenen Struktur und Organisation gefangen war. Die Seiten des PAL Verlags haben mir dagegen immer wieder vor Augen geführt, dass die schiere Masse an guten Inhalten am Ende das aufwendigste Layout schlagen kann.

Das ist schon ziemlich spannend. Themen habe ich schließlich wie Sand am Meer. Schreiben möchte ich ebenfalls. Genau darum geht es: Ich möchte schreiben, schreiben, schreiben. Um die technische Struktur und den gesamten organisatorischen Unterbau möchte ich mich möglichst wenig kümmern müssen.

Deshalb ist es vollkommen in Ordnung, wenn sich diese Struktur weitgehend automatisch aufbaut.

Ich bin gespannt, wie Google darauf reagieren wird. Was passiert in der Search Console, wenn diese Struktur steht und der Crawler zum ersten Mal darüberläuft? Ist für Google eindeutig erkennbar, wo welcher Artikel liegt? Oder bekommt der Crawler die Krise, weil er nicht weiß, worauf er sich beziehen soll? Auch das könnte natürlich passieren.

So viel zum Stand der Planung. Nun geht es an die Umsetzung.

Aus Sicherheitsgründen werde ich mich auf das Cassiopeia-Template stürzen. Die Core-Dateien werden weiterhin von Joomla aktualisiert. Ich selbst werde nur die gewünschten Views beziehungsweise Overrides anpassen.

Davon verspreche ich mir einen Sicherheitsgewinn, weil keine weiteren Erweiterungen an den bestehenden Core angeflanscht werden müssen. Eine Regel ist schließlich klar: Jede zusätzliche Extension öffnet zumindest theoretisch ein weiteres Hintertürchen, durch das Hacker irgendeinen Blödsinn anstellen könnten.

Also: Auf geht’s.

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