Warum ein eigener Blog 2026 wichtiger ist denn je
Ich habe mir schon seit geraumer Zeit die Frage gestellt, ob ich mit meinem Vorhaben, einen eigenen Blog zu betreiben, eigene Inhalte zu posten und Dinge selber zu machen, viel zu spät dran bin. Ich kann mich gut an das Jahr 2013 oder 2014 erinnern, als ich meine erste Webadresse registriert habe. Jetzt schreiben wir das Jahr 2026. Wir haben Facebook, TikTok, Instagram – und wer weiß, welche Plattform morgen kommt. Ist es da noch relevant, eine eigene Webseite zu haben? Die Etablierten werden schmunzeln und „Ja“ sagen. Aber was ist mit den ganzen neuen Blogs und Inhalten, die überall entstehen?
Die Grenzen der Abhängigkeit von sozialen Netzwerken
Es ist sicher so: Wer heute Blogs erstellt oder Neues generieren möchte, kann über Social Media richtig gut Reichweite erzielen. Davon gehe ich schwer aus. Das ist kein Problem. Aber was ist, wenn morgen der Algorithmus geändert wird? Zack, sind die Kunden oder Follower im Nirvana verschwunden. Sie sehen einen nicht mehr, es sei denn, sie suchen aktiv. Jeder Marketer weiß: Um in der Masse gehört zu werden, muss man der Lauteste oder der bunteste Vogel sein. Und wenn alle Vögel bunt sind, muss man der sein, der eintönig ist. Wie schwierig Marketing dementsprechend ist, dürfte klar sein. Wenn alle laut schreien, macht es vielleicht Sinn, der Leiseste zu sein, auch wenn das angreifbar ist. Das Bild mit dem Farbenspiel scheint da wohl interessanter zu sein.
Warum ein eigener Blog unverzichtbar bleibt
Summa summarum: Lohnt sich der Aufwand für einen eigenen Blog? Ich sage ja. Eine eigene Webseite gehört mir. Die Inhalte, die ich dort poste, gehören mir. Wenn irgendein Algorithmus in geistiger Umnachtung denkt, er müsste sich ändern, oder irgendeine KI entscheidet: „Oh, ein komisches Konto, das sperre ich jetzt“, dann sind meine Inhalte nicht weg. Sie sind trotzdem wiederzufinden. Und der eigentliche Witz: Seit 1971 gibt es E-Mails. Noch mal: 1971. Das größte Marketing-Tool ist und bleibt der E-Mail-Newsletter. Ist das nicht der Hammer? Der persönlich zugestellte Brief, der das Postfach erreicht – das ist immer noch das Tool schlechthin. Hätte ich nicht gedacht, aber wenn man darüber nachdenkt, ist es logisch.
Technik, Kontrolle und der Content-Hub
Wer eine E-Mail-Liste mit mehreren tausend Lesern hat, weiß, dass diese zu einem hohen Prozentsatz die Inhalte auch sehen möchten. Das ist das Spannende. Auf Facebook oder Instagram schaltet man Werbung und wird zum Schluss gar nicht wahrgenommen. Bei meinem Newsletter habe ich die Kontrolle. Ich zahle für das Hosting und die Wartung der Webseite, wobei ich das als Technik-Freak alles selber mache. Über meine PWA ist es ein Leichtes, die Inhalte auf die Webseite zu bringen. Ich brauche keinen HubSpot oder ähnliche Dienste, die früher automatisiert gepostet haben. Das läuft einfach. Oder ich stelle es so ein, dass automatisch gepostet wird.
Strategische Planung und die Kraft der Kontinuität
Nun stehe ich wieder am Anfang und werde meine Webseite strategisch ausbauen. Ich werde eine Facebook-Seite als Autor bespielen. Meinen Instagram-Account wandle ich in einen Business-Account um und stricke mir ein Plugin, das Instagram und Facebook bespielt. TikTok könnte man auch bedienen, aber da müsste man Videos erstellen, um Relevanz zu erzeugen. Möchte ich das? Aktuell eher nicht. Ich muss mir erst ansehen, wie ich das mache. Zumal in meiner Funktion als Lehrer jede Menge Heranwachsende auf TikTok abhängen und ich keinen Bock habe, mir von meinen Schülern permanent irgendeinen Kommentar einzufangen. Wobei das wahrscheinlich auch nicht richtig ist – warten wir erst einmal ab, wie sich das alles gestalten wird.
Auf jeden Fall ziehe ich meine Strategie durch: Ich habe meine Webseite, bilde damit einen Content-Hub und lege dort Assets ab, die sich gewaschen haben. Ich möchte wirklich geniale Inhalte haben, die man dort nutzen kann. Themen habe ich genug. Aktuell läuft meine Challenge: Ich möchte bis Ende des Jahres 1.000 Artikel auf der Webseite haben. Das ist ein Wort. Wenn ich das schaffe, kann ich für nächstes Jahr die Prämisse ausgeben, so weiterzufahren, dann hätte ich 3.000 Artikel innerhalb eines Jahres. Wahnsinn! Aber ich hätte aufgeholt. Warten wir ab, wo die Reise hingeht. Meine Strategie ist wichtig und richtig. Dafür gibt es sogar einen Namen, habe ich mir von der KI sagen lassen: „Publish on own site, syndicate elsewhere“ – POSSE. Wusste ich gar nicht, dass es dafür einen Namen gibt, aber logisch ist es.
Digitale Souveränität und echte zwischenmenschliche Beziehungen
Fassen wir zusammen: Es geht um die Souveränität über meine eigenen Daten und mein Design. Meine Webseite sieht so aus, wie ich es möchte, und wenn ich das Design ändern will, kann ich das. Mein E-Mail-Provider bin ich selber. Ich schicke die Newsletter raus, bin von keinem amerikanischen Anbieter wie Mailchimp abhängig und kann alles selber gestalten. Außerdem spart mir der Hub-Gedanke massiv Zeit. Ich entwickle alle Inhalte auf meiner Webseite und kann daraus Bücher gestalten, Beiträge für YouTube, TikTok oder Instagram. Ich kann Beiträge bei Instagram und Facebook automatisch posten lassen. Ich bin mir sicher, dass ich irgendwann auch die Möglichkeit schaffen werde, bei TikTok automatisch etwas zu posten.
Ich weiß, dass ich echte Leser auf meiner Webseite habe. Einen Social-Media-Kanal zu abonnieren ist flüchtig, oberflächlich – ein „Hi, dich gibt’s ja auch noch“. Wenn aber jemand meinen Monatsnewsletter abonniert, haben wir ein ganz anderes Beziehungsgeflecht, eine ganz andere Ansprache. Außerdem muss ich das bewerkstelligen, denn der Vollzeitjob als Lehrer, das Dasein als Vater und das Haus verlangen viel Zeit ab. Damit ist es eine Möglichkeit, alles unter einen Hut zu bringen. Ich bin froh, dass mein Gedanke mit dem Content-Hub am Leben geblieben ist.
Ich habe die KI gefragt, ob ich zu alt für das Thema bin – nicht ich persönlich, sondern ob die Zeit abgelaufen ist. Aber nein: Durch das Chaos im Internet, durch das Hin und Her der Algorithmen und durch den KI-Slop sind die Menschen wieder fokussierter auf echte Inhalte, die ich produziere. Die Menschen wollen wieder mit echten Menschen zu tun haben, statt ausschließlich mit künstlichem Krempel. Auch das kann ich liefern. Und was ich liefern kann, ist Kontinuität. Ich werde meine Inhalte platzieren, aber meine Webseite wird nicht ständig anders aussehen. Sie hat ihren Charme und bleibt. Das zugrundeliegende System ist immer noch das gleiche. Ziemlich spannend. Und irgendwie beruhigend, ein Stück Kontinuität in der digitalen Welt zu haben.